Diejenigen, die im Kindergarten tätig waren, haben einen Einblick in die tägliche Arbeit der Erzieher:innen erhalten. Sie haben bei der Betreuung der Kinder geholfen, mit ihnen geturnt, Spiele organisiert, mit den Kindern gemeinsam gegessen und sogar selbst einige Aktivitäten geplant und durchgeführt. Dabei haben sie gelernt, wie wichtig es ist, auf jedes Kind individuell einzugehen und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.
In diversen Auto-Werkstätten haben die Schüler:innen gesehen, wie man Werkzeuge und Maschinen richtig benutzt, Reifen wechselt und einfache Reparaturen durchführt. Es war erstaunlich zu sehen, wie viel man in kurzer Zeit lernen konnte. Allerdings erkannten sie auch, dass es zu der Arbeit als KFZ-Mechatroniker ebenfalls gehört, den Werkstattboden zu fegen, den Müll zu entsorgen und immer wieder aufzuräumen, sodass andere Mitarbeiter:innen die benötigten Werkzeuge schnell wieder finden und benutzen können.
Bei verschiedenen Ärzten und Apothekern hatten die Schüler:innen die Möglichkeit, Einblicke in die pharmazeutische Praxis zu erhalten sowie Kenntnisse über Medikamente und deren Verwendung zu sammeln. Des Weiteren lernten sie den richtigen Umgang mit den Patienten und erhielten Einblicke in die Verwaltung der Patientendaten.
Diese Einblicke erhielten auch die Schüler:innen, die ihre Praktikumswoche beim Tierarzt absolvierten. Sie mussten allerdings nicht nur im Umgang mit den Tieren einfühlsam sein, sondern diese Fähigkeit auch im Umgang mit den Besitzern zeigen. Teilweise musste man sie mehr beruhigen als die zu behandelnden Tiere.
Auch im Möbelhaus, den Handyläden, den Geschäften der Unterhaltungselektronik und den unterschiedlichen Parfümerien oder Schuhgeschäften war die Kundenbetreuung ein sehr großer Teil des Berufspraktikums. Die Schüler:innen durften die Mitarbeiter:innen bei den Beratungsgesprächen unterstützen sowie die Verkaufsräume mitgestalten. Sie lernten dabei auch, wie Kaufentscheidungen durch die Präsentation der Waren beeinflusst werden können. Auch dort waren die Tage anstrengender als in der Schule und die Schüler:innen waren überrascht, wie viele Ein- und Aufräumarbeiten zum späteren Berufsalltag gehören werden.
Die Schülerinnen und Schüler, die Einblicke in die Verwaltungsarbeit in den Stadtverwaltungen oder Bibliotheken erhalten haben, erfuhren zunächst wie die jeweilige Organisation funktioniert. Sie lernten jeden Tag unterschiedliche Abteilungen kennen, haben Briefe geschrieben, Unterlagen/Bücher sortiert und Termine oder Ausleihen koordiniert. Dabei haben sie unter anderem gelernt, wie wichtig es ist, genau und sorgfältig zu arbeiten, um einen reibungslosen Ablauf der täglichen Aufgaben zu gewährleisten.
Im Bereich des IT-Systementwicklers konnten die Schüler:innen erkennen, dass die Kunden aufgrund ihrer unterschiedlichen Branchen jeweils maßgeschneiderte IT-Systeme benötigen. Daher ist der erste Schritt jedes Projekts stets die Anforderungsanalyse, erst danach kann es in die Softwareentwicklung und später in die Qualitätssicherung der Systeme gehen. Diese Analysen wurden auch von den Schüler:innen, die ihre Praktikumswoche im Bereich der Regelungstechnik verbrachten, gefordert, um die Anlagen perfekt auf ihre zu fertigenden Teile abzustimmen.
Es stellte sich heraus, dass in diesen Berufen, insbesondere bei großen Projekten, vor allem die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter:innen sowie aufgrund der sich schnell verändernden Branchen eine kontinuierliche Weiterbildung gefordert ist. Diese Teamarbeit wurde auch im Betriebspraktikum bei der Polizei gefordert, wo die Schüler:innen Einblicke in die verschiedensten Abteilungen und Aufgaben einer Polizeidienststelle erhielten.
Sie lernten dabei auch, dass die Beamt:innen nicht nur verantwortungsbewusst und belastbar sein und die geltenden Gesetze kennen müssen, sondern dass sie insbesondere auch Einfühlsamkeit im Umgang mit den Opfern der Straftaten zeigen sollten, um die Situation zu deeskalieren.
Bei der Bank konnten die Schüler:innen ebenfalls verschiedenste Abteilungen und Tätigkeiten kennenlernen und vom Kundenkontakt am Schalter bis zu Arbeiten im Hintergrund, wie zum Beispiel beim Erstellen von Kreditverträgen oder der Vermögensverwaltung, zahlreiche Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben sammeln. Sie lernten dabei auch Dinge, die ihnen später im Alltag helfen werden, ihr Gehalt gut zu investieren.
Auch unsere kreativen Schüler:innen konnten ihre Fähigkeiten in dieser Woche für ihre Betriebe gewinnbringend einsetzen und vertiefen. Egal ob beim Fotografen oder in der Textildruckerei, es ging stets um die Ästhetik der Endprodukte für die Kunden sowie die genaue Vorbereitung eines Projekts, um schließlich bei der Umsetzung in sehr kurzer Zeit das bestmögliche Ergebnis erzielen kann.
Insgesamt war das Betriebspraktikum eine sehr lehrreiche Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler. Es gab ihnen einen Einblick in verschiedene Berufe und half ihnen, ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entdecken.
Die Schüler:innen haben während des Praktikums nicht nur fachliche Fähigkeiten erworben, sondern auch soziale Kompetenzen weiterentwickelt. Sie lernten, wie wichtig es ist, im Team zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.
Auch der Umgang mit Kunden oder Kindern war eine neue Erfahrung für viele Schüler:innen. Neben den praktischen Erfahrungen konnten die Jugendlichen auch ihre persönlichen Stärken entdecken und ausbauen. Einige waren besonders gut darin, kreative Lösungen für Probleme zu finden, andere glänzten durch ihre Kommunikationsfähigkeit oder ihr Organisationstalent.
Das Betriebspraktikum hat somit nicht nur dazu beigetragen, dass die Schülerinnen und Schüler einen realistischen Einblick in verschiedene Berufe erhalten haben - es hat ihnen auch geholfen herauszufinden welche Talente sie besitzen und welcher Berufsweg zu ihnen passen könnte. Es ist wichtig, dass die Schüler:innen nicht nur theoretisches Wissen erwerben, sondern auch praktische Erfahrungen sammeln und sich in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren können, deshalb werden sie in Klasse 9 erneut ein einwöchiges Praktikum durchführen.
Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Unternehmen bedanken, die unseren Schüler:innen ein Praktikum ermöglicht haben!
A. Schrutz